Corona: Solidarität mit Masatepe

Mai 2020

Inzwischen ist in Nicaragua offensichtlich Covid 19 mit all seinen Schrecken in vollem Umfang ausgebrochen. Zwar gibt es keine offiziellen Zahlen, aber durch unsere Kontakte nach Masatepe wissen wir, dass es dort inzwischen viele Erkrankte und auch mehrere Todesfälle gibt. Allein von dem fünf-köpfigen Vorstand unserer dortigen Partner, der „Asociación de Amistad Masatape“ sind bislang zwei Mitglieder schwer an Corona erkrankt, einer davon, der frühere Bürgermeister von Masatepe und Initator der Partnerschaft, Carlos Mercado, war lebensbedrohlich erkrankt, ist aber inzwischen wieder auf dem Weg der Besserung, über den Gesundheitszustand der anderen Person sind wir nicht genau informiert. Zwei Personen allein aus dem Umfeld der Asociación sind in den letzten Tagen verstorben, insgesamt sind es sicher deutlich mehr. Verstorbene werden sehr schnell nachts oder im frühen Morgengrauen beerdigt. Die Krankenhäuser sind überfüllt.Viele Menschen haben Angst vor dieser Pandemie-Lawine, die gegenwärtig auf sie zurollt und der gegenüber sie sich hilflos fühlen. Wir haben auf Bitten der Asociación nochmals 200$ überwiesen, damit sich die Mitglieder und das Umfeld der Asociación mit Masken, Desinfektionsmittel etc. schützen kann.

Leider verhält sich die nicaraguanische Regierung aus unserer Sicht unverantwortlich gegenüber der Pandemie. Sie wurde nicht ernst genommen, der Regierungschef Daniel Ortega selbst hat sie als leichte Gruppe verspottet. Es gibt keinerlei Maßnahmen zum Schutz der Bevölkerung, das Leben läuft normal weiter, die Staatsangestellten wurden verpflichtet, weiter zur Arbeit zu kommen, dem Krankenhauspersonal wurde das Tragen von Masken verboten mit der Begründung, man wolle keine Hysterie erzeugen. Demonstrativ wurden öffentliche Massenkundgebungen und Feste organisiert, eines stand unter dem Motto „Liebe in Zeiten von Covid“.

Unsere Solidarität gilt den Menschen in Masatepe, die Opfer dieser Pandemie und der fehlgeleiteten Regierungspolitik in Nicaragua sind.

April 2020

Als erste Spende wurden 610$ an die Einrichtung „Damas Salesianas“ überwiesen, damit sich die Menschen in Masatepe besser vor Corona schützen können. Mit der Spende verbunden war ein Presse-Aufruf zu weiteren Spenden. Über diesen Aufruf sind inzwischen weitere 600$ eingegangen, die inzwischen ebenfalls überwiesen werden konnten.

Mit der ersten Spende konnten für jedes Kind der von der Fundacion „Damas Salesiana“ betriebenen Grundschule ein Set mit Seife, Desinfektionsmittel, Mundschutz, Handtücher, Reinigungsmittel gekauft werden. Zusätzlich wurden diese Sets auch Kunden einer kleinen Apotheke der Fundacion zur Verfügung gestellt , die bereits mehrere Jahre Medikamente günstig oder umsonst an bedürftige Menschen ausgibt. Außerdem wurden Medikamente auch gegen Dengue besorgt, eine Form der Malaria, die in Nicaragua sehr häufig auftritt.

Die jetzt eingegangenen weiteren 600$ ermöglichen es, das Programm auszuweiten und weitere Menschen mit Hygienemitteln gegen Corona auszustatten. Auch in Nicaragua ist die Zahl der Infizierten inzwischen gestiegen und es gibt bislang nach offiziellen Angaben drei Tote. Die Regierung setzt eher auf Beruhigung, es gibt kaum eine Einschränkung des öffentlichen Lebens, im Gegenteil sind Schulen und Restaurants weiterhin geöffnet und es finden Veranstaltungen und Volksfeste mit großen Menschenmengen statt. Viele haben Angst und versuchen, sich persönlich so gut es geht zu schützen. Die Mittel dazu sind begrenzt, eine Ausbreitung der Pandemie hätte katastrophale Folgen. Deshalb sind viele Menschen dankbar für die Unterstützung durch unsere Spenden.

Wir als Partnerschaftsverein bedanken uns sehr herzlich bei allen, die uns mit ihrer Spende für Masatepe geholfen haben.