Nochmals Spendenaufruf für Masatepe – Viele Tote und Erkrankte durch Corona

Juni 2020

Inzwischen ist in Nicaragua offensichtlich Covid 19 mit all seinen Schrecken in vollem Umfang ausgebrochen. Das gilt auch für unsere Partnerstadt Masatepe. Deshalb rufen wir hiermit nochmals zu Spenden auf, um die Menschen dort in der Prävention vor Corona unterstützen zu können.

Viele Familien sind von Krankheits- und Todesfällen betroffen, allein im Umfeld der „Asociación de Amistad“, unserer Partnerorganisation dort, gibt es mehrere Krankheits- und Todesfälle. Carlos Mercado, Vorstandsmitglied der Partnerorganisation, Begründer der Partnerschaft auf nicaraguanischer Seite und erster Bürgermeister von Masatepe nach der Revolution in den 80er Jahren ist am 7. Juni 2020 an Corona verstorben (siehe Pressemitteilung dazu). Er war für uns immer ein verlässlicher Partner und Freund, sein Tod schmerzt sehr. Ein weiteres Mitglied des fünf-köpfigen Vorstands der Asociación ist ebenfalls an Corona erkrankt.

Verstorbene werden sehr schnell nachts oder im frühen Morgengrauen beerdigt. Die Krankenhäuser sind überfüllt. Viele Menschen haben Angst vor dieser Pandemie-Lawine, die gegenwärtig auf sie zurollt und der gegenüber sie sich hilflos fühlen. Wir haben auf Bitten der Asociación nochmals 200$ überwiesen, damit sich die Mitglieder und das Umfeld der Asociación mit Masken, Desinfektionsmittel etc. schützen kann.

Leider hat die nicaraguanische Regierung die Pandemie nicht ernst genommen, Regierungschef Ortega hat sie zu Anfang als vergleichbar mit einer leichten Grippe verspottet. Sicherlich hat man auch Angst vor den wirtschaftlichen Folgen eines „lockdown“, denn es gibt keine staatlichen Hilfen oder Kurzarbeitergeld oder vergleichbares wie bei uns. So gibt es kaum Maßnahmen zum Schutz der Bevölkerung, das Leben läuft weiter, Schulen sind normal geöffnet, Staatsangestellten werden verpflichtet, weiter zur Arbeit zu kommen. Anfangs wurde dem Krankenhauspersonal sogar das Tragen von Schutzmasken verboten mit der Begründung, man wolle keine Hysterie erzeugen. Demonstrativ werden öffentliche Massenkundgebungen, Aufmärsche und Feste durchgeführt.

Die Menschen haben Angst und viele versuchen, soweit sie können sich selbst zu schützen durch das Tragen von Masken und die Wahrung von Distanz. Die wirtschaftlichen Folgen von Corona sind zunehmend spürbar, ein Teil der „Zonas francas“, Produktionsstätten ausländischer Firmen, die tausende von Billig-Arbeitsplätzen bieten, sind geschlossen, das gleiche gilt für Geschäfte, Restaurants und Handwerksbetriebe zur Möbelherstellung, ein wichtiger Wirtschaftszweig in Masatepe. Es gibt gegenwärtig keine Kunden, die Arbeitslosigkeit steigt, Einkommen brechen weg, finanzielle Reserven gibt es kaum. Es ist blanke Not und Verzweiflung, die sich immer mehr ausbreiten.

Unsere Solidarität gilt den Menschen in Masatepe, die Opfer dieser Pandemie geworden sind. Uns erreichen immer mehr Hilfeersuchen verzweifelter Menschen, um sich vor Corona schützen zu können. Deshalb rufen wir nochmals zu Spenden für die Menschen in unserer Partnerstadt auf. Der letzte Aufruf hat 1.210€ erbracht, die für Seife, Material für Masken, Desinfektionsmittel und andere Präventionsmaßnahmen verwendet wurden. Die Dankbarkeit in Masatepe dafür war sehr groß. Wir hoffen, mit diesem Aufruf weiter helfen zu können. Gerade in dieser Krisensituation ist der Blick über Grenzen, die Solidarität gegenüber den besonders betroffenen Menschen in unserer Partnerstadt wichtig. Die Spendenkonten finden Sie auf dieser Homepage. Auch kleinere Beträge helfen, Spenden sind steuerlich absetzbar. Wir bedanken uns für Ihre Unterstützung.

siehe auch:
> Pressemitteilung vom 15.06.2020

April 2020

Als erste Spende wurden 610$ an die Einrichtung „Damas Salesianas“ überwiesen, damit sich die Menschen in Masatepe besser vor Corona schützen können. Mit der Spende verbunden war ein Presse-Aufruf zu weiteren Spenden. Über diesen Aufruf sind inzwischen weitere 600$ eingegangen, die inzwischen ebenfalls überwiesen werden konnten.

Mit der ersten Spende konnten für jedes Kind der von der Fundacion „Damas Salesiana“ betriebenen Grundschule ein Set mit Seife, Desinfektionsmittel, Mundschutz, Handtücher, Reinigungsmittel gekauft werden. Zusätzlich wurden diese Sets auch Kunden einer kleinen Apotheke der Fundacion zur Verfügung gestellt , die bereits mehrere Jahre Medikamente günstig oder umsonst an bedürftige Menschen ausgibt. Außerdem wurden Medikamente auch gegen Dengue besorgt, eine Form der Malaria, die in Nicaragua sehr häufig auftritt.

Die jetzt eingegangenen weiteren 600$ ermöglichen es, das Programm auszuweiten und weitere Menschen mit Hygienemitteln gegen Corona auszustatten. Auch in Nicaragua ist die Zahl der Infizierten inzwischen gestiegen und es gibt bislang nach offiziellen Angaben drei Tote. Die Regierung setzt eher auf Beruhigung, es gibt kaum eine Einschränkung des öffentlichen Lebens, im Gegenteil sind Schulen und Restaurants weiterhin geöffnet und es finden Veranstaltungen und Volksfeste mit großen Menschenmengen statt. Viele haben Angst und versuchen, sich persönlich so gut es geht zu schützen. Die Mittel dazu sind begrenzt, eine Ausbreitung der Pandemie hätte katastrophale Folgen. Deshalb sind viele Menschen dankbar für die Unterstützung durch unsere Spenden.

Wir als Partnerschaftsverein bedanken uns sehr herzlich bei allen, die uns mit ihrer Spende für Masatepe geholfen haben.